Haptosynesie

... die Begegnung des Menschen

Die Haptosynesie, die an den Lebenswillen des hilfsbedürftigen Menschen appelliert, befaßt sich nicht nur mit seiner Krankheit oder mit seiner Behinderung.

Sie berücksichtigt darüber hinaus die Eigenheit der Person, ihre Fähigkeit, den Sinn des Lebens wiederzufinden mit all den dem Hilfsbedürftigen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten.

So ist es im Wesentlichen der Mensch selbst, der seine Fähigkeiten und Ressourcen mobilisiert. Er entdeckt, daß er trotz seiner Behinderung mitten im Leben bleiben kann, daß er nach wie vor er selbst ist, mit den ihm eigenen Werten, seinen Gefühlen und Empfindungen, in Beziehung zu seinen Mitmenschen.

Eine der Auswirkungen der haptonomischen Beziehung soll wegen ihrer vorrangigen Bedeutung in der Haptosynesie unterstrichen werden. Es handelt sich um die Modifizierung dessen, was wir Repräsentations-Tonus nennen.

Dieser in einer solchen Beziehung ganz spezifische Tonus - charakterisiert durch Weichheit und Elastizität – erleichtert allein schon die Mobilisierung. Jedoch ist folgendes zu verstehen: Über die Erleichterung hinaus (im Sinne eines technischen Vorgangs) ist dieser sehr spezifische Tonus Zeuge und Ausdruck des Erlebens beseelter Leiblichkeit. Er bringt ein völlig anderes Schmerzerleben mit sich, was Linderung bedeutet.

Daraus folgt, daß der Nutzen immens ist für jede schmerzhafte Mobilisierung bei Therapie oder Pflege, aber auch dann, wenn es darum geht, die Autonomie der Bewegung wiederherzustellen So hat die Haptosynesie auch im Kontext palliativer Begleitung (Sterbebegleitung) ihre Wichtigkeit.